DECIPHERED: PodcastNachrichten-Podcast

Datum: 2026-10-11

Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/bau-praesident-demuth-warnt-vor-enteignungsplaenen-der-linken-in-berlin-100.html

Journalistische Qualität: 4/5

Einflussnahme: 3/5

Zusammenfassung

Der Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Demuth, warnt vor den Plänen der Berliner Linken zur Vergesellschaftung von Immobilienkonzernen. Er erklärt gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung", dass die Pläne bereits jetzt negative Auswirkungen zeigen: Baugesellschaften, die in Berlin Wohnraum schaffen wollen, erhalten keine Kredite mehr, und auch staatliche Akteure spüren die Zurückhaltung der Kreditgeber. Demuth betont, dass nur eine Attraktivitätssteigerung des Bauens aus der Misere führen könne. Die Vergesellschaftung von Immobilienkonzernen mit mehr als 3000 Wohnungen war ein zentrales Wahlversprechen der Linken bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl im September, aus der die Partei als stärkste Kraft hervorging. Derzeit laufen Sondierungsgespräche mit Grünen und SPD. Beobachter bezweifeln eine zeitnahe Umsetzung von Enteignungen.

Schlagzeile vs. Inhalt

Die Überschrift "PodcastNachrichten-Podcast" gibt keinerlei Hinweis auf den Inhalt des Textes und erscheint als technische oder Platzhalter-Bezeichnung. Sie erfüllt nicht die Funktion einer informativen Überschrift, die den Leser über das Thema des Beitrags informiert. Der eigentliche Inhalt behandelt die Warnung des Bauindustrie-Präsidenten Demuth vor den Enteignungsplänen der Berliner Linken und deren bereits spürbare Auswirkungen auf die Kreditvergabe im Wohnungsbau. Eine angemessene Überschrift hätte beispielsweise lauten können: "Bauindustrie warnt vor Berliner Enteignungsplänen" oder "Demuth: Enteignungspläne erschweren Kreditvergabe für Wohnungsbau". Da die vorhandene Überschrift den Inhalt weder zusammenfasst noch andeutet, liegt eine vollständige Diskrepanz zwischen Überschrift und Inhalt vor. Dies ist jedoch vermutlich auf einen technischen oder redaktionellen Fehler zurückzuführen (fehlende oder nicht übertragene Überschrift), nicht auf eine bewusste Irreführung. Der Text selbst präsentiert seinen Inhalt sachlich und ohne erkennbare Verzerrung gegenüber dem, was eine angemessene Überschrift versprechen würde.

Texttyp: Interview

Sprachlicher Modus

Der Text ist überwiegend im Indikativ verfasst und präsentiert die Informationen als Tatsachenbehauptungen. Indikativische Elemente: - "Der Präsident [...] hat [...] gewarnt" - Faktische Aussage über eine erfolgte Handlung - "Die Pläne hätten schon jetzt eine verheerende Wirkung, sagte Demuth" - Direkte Wiedergabe einer Aussage im Indikativ - "So kämen Baugesellschaften [...] nicht mehr an frisches Geld" - Darstellung als faktische Beobachtung - "Auch staatliche Akteure merkten, dass die Kreditgeber plötzlich zurückhaltender seien" - Faktische Beschreibung - "Die Vergesellschaftung [...] war ein zentrales Wahlversprechen" - Vergangenheitstatsache - "Die Partei war daraus im September als stärkste Kraft hervorgegangen" - Faktische Aussage über das Wahlergebnis - "Derzeit laufen Sondierungsgespräche" - Gegenwartsbeschreibung im Indikativ Konjunktivische Elemente: - "hätten", "kämen", "seien" - Diese Konjunktivformen erscheinen in der indirekten Rede und geben Demuths Aussagen wieder, nicht unbestätigte Behauptungen. Dies ist journalistischer Standard für die Distanzierung von fremden Aussagen. - "Beobachter bezweifeln, dass eine zeitnahe Umsetzung von Enteignungen möglich wäre" - Der Konjunktiv "wäre" markiert hier eine Einschätzung/Meinung von Beobachtern Insgesamt dominiert der Indikativ. Die konjunktivischen Formen dienen der korrekten Kennzeichnung fremder Aussagen (indirekte Rede) und Einschätzungen, nicht der Markierung ungesicherter Informationen. Der Text präsentiert die Kernfakten (Wahlversprechen, Wahlergebnis, laufende Sondierungen, Demuths Warnung) als verifizierte Tatsachen. Die Aussagen Demuths über die Auswirkungen der Pläne werden als seine Behauptungen gekennzeichnet, aber nicht grundsätzlich in Frage gestellt.

Journalistische Qualität

Der Text weist eine gute journalistische Qualität auf und erfüllt die meisten Prinzipien in hohem Maße. Besondere Stärken liegen in der Faktentreue (alle wesentlichen Angaben sind korrekt und verifiziert), der Sachlichkeit der Darstellung und dem vollständigen Schutz von Persönlichkeitsrechten, Unschuldsvermutung und Nicht-Diskriminierung. Die Transparenz ist weitgehend gegeben, wobei die institutionelle Herkunft des Interviewpartners klar benannt wird. Die erkennbare Schwäche liegt im Bereich der Überprüfbarkeit: Zentrale Behauptungen (Kreditvergabeprobleme der Baugesellschaften) werden nicht durch unabhängige Quellen belegt oder konkretisiert, und es fehlt eine Kreuzverifizierung durch mehrere Perspektiven. Der Text stützt sich im Wesentlichen auf die Aussagen eines einzelnen Interessenvertreters, ohne diese durch weitere Quellen zu untermauern oder kritisch einzuordnen.

Einzelne Prinzipien

Prinzip der Transparenz: 4/5

Gut

Die Transparenz ist weitgehend gegeben. Der Autor und die Quelle sind klar identifizierbar: Es handelt sich um ein Interview mit Olaf Demuth, Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, das der "Neuen Osnabrücker Zeitung" gegeben wurde und im Deutschlandfunk gesendet wurde. Die institutionelle Herkunft des Interviewpartners (Hauptverband der Deutschen Bauindustrie) ist transparent benannt, was potenzielle Interessenkonflikte erkennbar macht – als Verbandsvertreter hat Demuth naturgemäß ein wirtschaftliches Interesse an günstigen Rahmenbedingungen für die Bauindustrie. Kleinere Lücken bestehen darin, dass keine detaillierten Informationen über Finanzierung oder Eigentümerstruktur der Quelle im Text selbst erscheinen, was jedoch bei diesem Format üblich ist und auf der Website des Outlets nachvollziehbar sein dürfte.

Prinzip der Faktentreue: 5/5

Sehr gut

Alle wesentlichen Faktenbehauptungen im Text sind korrekt und entsprechen der Realität. Die externe Recherche bestätigt, dass Olaf Demuth tatsächlich Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie ist (gewählt im Mai 2026) und dass er der Neuen Osnabrücker Zeitung ein Interview gab, in dem er vor den Vergesellschaftungsplänen warnte. Die Angabe, dass die Linke bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl im September 2026 als stärkste Kraft hervorging (mit 25,7 Prozent), ist ebenfalls verifiziert. Das zentrale Wahlversprechen der Linken zur Vergesellschaftung von Immobilienkonzernen mit mehr als 3000 Wohnungen wird durch mehrere Quellen bestätigt. Die Aussage über Baugesellschaften, die nicht mehr an frisches Geld kommen, wird als Demuths Einschätzung korrekt wiedergegeben. Zahlen, Daten, Namen und Zitate sind präzise und akkurat.

Prinzip der Sachlichkeit: 4/5

Gut

Die Darstellung ist überwiegend sachlich und neutral gehalten. Der Text gibt die Aussagen Demuths in nüchterner Sprache wieder, ohne emotionale Aufladung oder dramatisierende Formulierungen. Begriffe wie "verheerende Wirkung" und "Misere" werden als direkte Zitate bzw. Aussagen des Interviewpartners kenntlich gemacht, nicht als redaktionelle Bewertung. Die abschließende Einordnung ("Beobachter bezweifeln, dass eine zeitnahe Umsetzung von Enteignungen möglich wäre") erfolgt sachlich und ohne tendenziöse Wortwahl. Geringfügige Abzüge ergeben sich daraus, dass die Perspektive ausschließlich die des Bauindustrie-Vertreters ist, ohne dass andere Stimmen (z.B. Befürworter der Vergesellschaftung) zu Wort kommen – dies ist jedoch dem Format "Interview-Zusammenfassung" geschuldet und nicht als mangelnde Sachlichkeit zu werten.

Prinzip der Überprüfbarkeit: 3/5

Verwendbar

Die Überprüfbarkeit ist grundsätzlich gegeben, weist aber erkennbare Schwächen auf. Die Hauptquelle – das Interview mit Demuth in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" – ist klar benannt und nachvollziehbar. Die Angaben zur Berliner Abgeordnetenhauswahl (September, Linke als stärkste Kraft) sind durch öffentlich zugängliche Wahlergebnisse verifizierbar. Allerdings fehlen konkrete Belege für zentrale Behauptungen: Die Aussage, dass Baugesellschaften in Berlin nicht mehr an Kredite kommen, wird nicht durch unabhängige Quellen gestützt oder durch Beispiele konkretisiert. Auch die Behauptung über "staatliche Akteure", die zurückhaltende Kreditgeber bemerken, bleibt unbelegt. Die abschließende Einschätzung über "Beobachter" nennt keine konkreten Quellen. Eine Kreuzverifizierung durch mehrere unabhängige Quellen findet nicht statt – der Text stützt sich im Wesentlichen auf die Aussagen eines einzelnen Interessenvertreters.

Prinzip der Trennung und Kennzeichnung: 4/5

Gut

Die Trennung von Nachricht und Meinung ist weitgehend gewahrt. Der Text macht deutlich, dass es sich um die Wiedergabe eines Interviews bzw. von Aussagen Demuths handelt – seine Bewertungen ("verheerende Wirkung", "einziger Weg aus der Misere") werden klar als seine Positionen kenntlich gemacht, nicht als redaktionelle Einschätzungen. Die faktischen Informationen (Wahlergebnis, Wahlversprechen der Linken, laufende Sondierungsgespräche) sind von den Meinungsäußerungen des Interviewpartners getrennt. Die abschließende Einordnung ("Beobachter bezweifeln...") wird als externe Einschätzung markiert. Kleinere Abzüge ergeben sich daraus, dass die Autorenschaft nicht explizit genannt wird und das Format (Nachrichtenmeldung über ein Interview) nicht vollständig transparent gemacht wird – es bleibt unklar, ob es sich um eine Agenturmeldung oder eine redaktionelle Zusammenfassung handelt.

Prinzip des Schutzes der Persönlichkeitsrechte: 5/5

Sehr gut

Die Persönlichkeitsrechte werden vollständig gewahrt. Olaf Demuth wird in seiner offiziellen Funktion als Verbandspräsident zitiert, und die Darstellung erfolgt sachlich und respektvoll. Es gibt keine unangemessenen Darstellungen in Wort oder Bild, keine Verletzung der Privatsphäre und keine ehrverletzenden Formulierungen. Die Berichterstattung beschränkt sich auf seine öffentlichen Äußerungen in seiner beruflichen Rolle, ohne in den privaten Bereich einzudringen. Die Würde der Person wird zu jedem Zeitpunkt respektiert, und die informationelle Selbstbestimmung bleibt gewahrt.

Prinzip der Unschuldsvermutung: 5/5

Sehr gut

Die Unschuldsvermutung ist vollständig gewahrt. Der Text enthält keine Vorverurteilungen oder Schuldzuweisungen. Es werden weder Ermittlungsverfahren noch strafrechtliche Vorwürfe gegen Personen thematisiert. Die Darstellung beschränkt sich auf politische Positionen und wirtschaftliche Einschätzungen, ohne jemandem ein Fehlverhalten oder eine Schuld zuzuschreiben. Demuth wird als Interessenvertreter dargestellt, der seine Position vertritt, nicht als jemand, der eines Vergehens beschuldigt wird. Die Berichterstattung ist frei von vorverurteilenden Formulierungen und wahrt durchgehend einen neutralen Ton gegenüber allen erwähnten Akteuren.

Prinzip der Nicht-Diskriminierung: 5/5

Sehr gut

Der Text ist vollständig frei von diskriminierenden Formulierungen. Es werden keine Personen oder Gruppen aufgrund von Alter, Geschlecht, sexueller Orientierung, Behinderung, ethnischer Herkunft, Hautfarbe, nationaler Herkunft, Religion, Weltanschauung, politischer Meinung, sozialem oder wirtschaftlichem Status oder Sprache abgewertet. Die Erwähnung politischer Akteure (die Linke, Grüne, SPD) erfolgt neutral und sachlich, ohne Stereotypisierung oder stigmatisierende Sprache. Geschützte Merkmale werden nur erwähnt, wo sie für das Thema relevant sind (politische Zugehörigkeit im Kontext von Koalitionsverhandlungen). Die Sprache ist durchgehend respektvoll und diskriminierungsfrei.

Kontext: Journalismus-Kontext

Beeinflussungsanalyse

Der Text bewegt sich im Grenzbereich zwischen informierender und argumentierender Berichterstattung. Die faktische Basis ist solide, und die Sprache bleibt weitgehend neutral. Allerdings zeigt sich eine deutliche Schwäche in der Vollständigkeit der Darstellung – die Perspektive der Bauindustrie dominiert, während die Argumente für die Vergesellschaftung und alternative Sichtweisen fehlen. Das moderate Framing und die einseitige Argumentationsstruktur verleihen dem Text eine subtile persuasive Tendenz, die über reine Information hinausgeht. Die Transparenz ist gut, und es fehlen manipulative Elemente wie emotionale Appelle oder Handlungsaufforderungen. Insgesamt handelt es sich um eine Nachrichtenmeldung, die durch selektive Perspektivwahl eine bestimmte Lesart nahelegt, ohne dabei zu offener Manipulation zu greifen.

Einzelne Dimensionen

Faktenbasis: 4/5

Zutreffend

Der Text präsentiert überwiegend zutreffende Fakten, die durch externe Recherche bestätigt werden. Olaf Demuth ist tatsächlich Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie und hat der Neuen Osnabrücker Zeitung ein Interview gegeben. Die Linke ging bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl im September 2026 als stärkste Kraft hervor, und die Vergesellschaftung von Immobilienkonzernen mit mehr als 3000 Wohnungen war ein zentrales Wahlversprechen. Die Aussage über Finanzierungsschwierigkeiten von Baugesellschaften wird als Demuths Einschätzung korrekt wiedergegeben, ist jedoch nicht unabhängig belegt. Die Information über laufende Sondierungsgespräche konnte nur teilweise verifiziert werden – ein Linksbündnis ist rechnerisch möglich, aber konkrete Bestätigungen über den Gesprächsstand zum Veröffentlichungszeitpunkt fehlen.

Vollständigkeit der Darstellung: 2/5

Fokussiert

Der Text konzentriert sich einseitig auf die Kritik der Bauindustrie an den Vergesellschaftungsplänen. Die Position der Linken wird nur knapp als "Wahlversprechen" erwähnt, ohne deren Begründung oder Argumente für die Vergesellschaftung darzulegen. Alternative Perspektiven – etwa von Mieterinitiativen, Stadtplanern oder Wohnungspolitikexperten – fehlen vollständig. Der Kontext der Berliner Wohnungskrise, der die Forderung der Linken motiviert, wird nicht thematisiert. Die abschließende Bemerkung "Beobachter bezweifeln, dass eine zeitnahe Umsetzung von Enteignungen möglich wäre" bleibt unbelegt und ohne Quellenangabe. Wichtige Fragen wie die rechtliche Grundlage (Artikel 15 Grundgesetz) oder bereits existierende Volksentscheide zu diesem Thema werden ausgespart.

Emotionale Appelle: 4/5

Zurückhaltend

Der Text verwendet überwiegend sachliche Sprache und verzichtet auf starke emotionale Appelle. Die Wortwahl "verheerende Wirkung" stammt aus dem Zitat Demuths und wird als solches gekennzeichnet, nicht als eigene Bewertung der Redaktion. Die Darstellung bleibt nüchtern und beschreibend. Es gibt keine Dramatisierung, keine Angstszenarien und keine emotionalen Aufrufe. Die Berichterstattung folgt einem klassischen Nachrichtenformat mit Distanz zum Geschehen. Lediglich das unkommentierte Zitat "verheerende Wirkung" trägt eine emotionale Konnotation, die jedoch durch die Kennzeichnung als Aussage des Verbandspräsidenten transparent gemacht wird.

Sprache: 4/5

Gemessen

Die Sprache ist überwiegend neutral und sachlich gehalten. Der Text verwendet Indikativ für verifizierbare Fakten ("Die Linke war daraus im September als stärkste Kraft hervorgegangen") und kennzeichnet Aussagen klar als Zitate ("sagte Demuth", "betonte der Verbandschef"). Es gibt keine Stereotypen, Feindbilder oder abwertende Formulierungen. Die Wortwahl ist präzise und verzichtet auf Superlative oder Übertreibungen. Allerdings fehlt eine kritische Einordnung des Begriffs "Vergesellschaftung" versus "Enteignung" – beide werden synonym verwendet, obwohl sie rechtlich unterschiedliche Konzepte bezeichnen. Die abschließende Formulierung "Beobachter bezweifeln" bleibt vage und könnte präziser sein.

Framing: 3/5

Moderat

Der Text weist ein moderates Framing auf, das die Perspektive der Bauindustrie in den Vordergrund stellt. Die Überschrift fokussiert auf die Warnung Demuths, nicht auf die politischen Pläne selbst. Die Struktur folgt dem Schema: Warnung der Wirtschaft → Begründung der Warnung → knappe Erwähnung des politischen Vorhabens → Zweifel an der Umsetzbarkeit. Dieses Framing suggeriert eine Problemkonstellation ("Pläne haben verheerende Wirkung"), ohne die Gegenperspektive gleichwertig darzustellen. Die Vergesellschaftungspläne werden nicht als mögliche Lösung für Wohnungsprobleme gerahmt, sondern primär als wirtschaftliches Risiko. Die abschließende Bemerkung über Zweifel an der Umsetzbarkeit verstärkt den Frame der Unrealisierbarkeit. Allerdings bleibt das Framing noch im Rahmen üblicher Nachrichtenformate und ist nicht totalitär.

Argumentationsstruktur: 3/5

Nachvollziehbar

Die Argumentationsstruktur ist grundsätzlich nachvollziehbar, weist aber Schwächen auf. Demuths Kernthese (Vergesellschaftungspläne haben verheerende Wirkung) wird mit einem konkreten Beispiel belegt (Baugesellschaften kommen nicht an Kredite). Allerdings fehlt eine unabhängige Verifizierung dieser Behauptung – es handelt sich um eine Interessenvertretung, die ihre Position darlegt. Die Kausalität zwischen den Plänen und den behaupteten Finanzierungsschwierigkeiten wird nicht hinterfragt oder durch Daten gestützt. Die Schlussfolgerung ("einziger Weg aus der Misere sei es, das Bauen wieder attraktiver zu machen") wird als Demuths Position wiedergegeben, ohne alternative Lösungsansätze zu erwähnen. Die Argumentation ist kohärent, aber einseitig und nicht kritisch geprüft.

Transparenz der Absicht: 4/5

Offen

Die Absicht des Textes ist weitgehend transparent: Es handelt sich um eine Nachrichtenmeldung, die über eine Stellungnahme des Bauindustrie-Präsidenten berichtet. Die Quelle (Neue Osnabrücker Zeitung) wird genannt, und die Aussagen werden klar als Zitate Demuths gekennzeichnet. Der Text ist als Nachricht im Programm Deutschlandfunk ausgewiesen. Allerdings fehlt eine explizite Einordnung, dass es sich um die Interessenposition eines Wirtschaftsverbandes handelt, der von den Vergesellschaftungsplänen direkt betroffen wäre. Die redaktionelle Intention – reine Information oder implizite Unterstützung der Kritik – bleibt unklar. Die Transparenz ist gut, könnte aber durch eine klarere Kontextualisierung der Interessenlage noch verbessert werden.

Handlungsaufforderungen: 5/5

Informativ

Der Text enthält keinerlei direkte Handlungsaufforderungen. Es gibt keine Aufrufe zu konkreten Aktionen wie Wählen, Unterschreiben, Protestieren oder Boykottieren. Es wird kein Druck ausgeübt, weder zeitlich noch sozial. Die Autonomie der Rezipierenden wird vollständig respektiert. Der Text beschränkt sich auf die Wiedergabe von Informationen und Positionen, ohne die Leserschaft zu einer bestimmten Haltung oder Handlung zu drängen. Selbst Demuths Forderung ("das Bauen wieder attraktiver zu machen") wird als seine Position berichtet, nicht als Appell an die Leserschaft formuliert. Der Text erfüllt damit die Erwartung an rein informierende Berichterstattung.

Persuasions-Metaanalyse

Absicht und Wirkung

Die erkennbare Absicht des Textes ist es, über die Kritik der Bauindustrie an den Berliner Vergesellschaftungsplänen zu informieren. Als Nachrichtenmeldung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk folgt der Text journalistischen Konventionen und verzichtet auf offene Meinungsäußerung. Die wahrscheinliche Wirkung auf Rezipierende ist jedoch differenziert zu betrachten: Durch die Fokussierung auf die Warnung vor "verheerenden" Folgen und die abschließende Bemerkung über Zweifel an der Umsetzbarkeit entsteht ein Frame, der die Vergesellschaftungspläne primär als problematisch und unrealistisch erscheinen lässt. Die fehlende Darstellung der Beweggründe für diese Pläne – etwa die Berliner Wohnungskrise, steigende Mieten oder die Ergebnisse des Volksentscheids "Deutsche Wohnen & Co. enteignen" – verhindert eine ausgewogene Meinungsbildung. Lesende ohne Vorwissen könnten den Eindruck gewinnen, die Pläne seien wirtschaftlich schädlich und politisch unrealistisch, ohne die sozialpolitische Dimension zu erfassen.

Mildernde Umstände

Als kurze Nachrichtenmeldung unterliegt der Text formatbedingten Beschränkungen – umfassende Kontextualisierung und Multiperspektivität sind in diesem Genre nicht immer realisierbar. Die Kennzeichnung als Nachricht im Deutschlandfunk-Programm macht transparent, dass es sich um aktuelle Berichterstattung handelt, nicht um einen analytischen Hintergrundbericht. Die Aussagen werden korrekt als Zitate Demuths gekennzeichnet, sodass erkennbar ist, dass es sich um seine Einschätzung handelt, nicht um redaktionelle Bewertung. Die Quelle (Neue Osnabrücker Zeitung) wird genannt, was Nachvollziehbarkeit ermöglicht. Der Text verzichtet auf emotionale Manipulation und Handlungsaufforderungen. Für eine Kurzmeldung im Nachrichtenformat ist die faktische Korrektheit gegeben. Die Einseitigkeit könnte als genretypische Fokussierung auf ein aktuelles Statement verstanden werden, das in weiteren Beiträgen ergänzt werden könnte.

Verschärfende Umstände

Als Beitrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks (Deutschlandfunk) genießt der Text institutionelle Autorität und Glaubwürdigkeit. Rezipierende erwarten von diesem Sender ausgewogene, umfassende Berichterstattung gemäß dem öffentlich-rechtlichen Auftrag. Die einseitige Perspektivierung wiegt daher schwerer als bei einem Medium mit klar erkennbarer politischer Ausrichtung. Die Platzierung als Nachrichtenmeldung suggeriert Objektivität und Vollständigkeit, obwohl wesentliche Perspektiven fehlen. Besonders problematisch ist die unkommentierte Übernahme der Interessenposition eines Wirtschaftsverbandes, der von den diskutierten Maßnahmen direkt betroffen wäre – ohne diese Interessenlage explizit zu thematisieren. Die abschließende Bemerkung über Zweifel an der Umsetzbarkeit bleibt quellenlos und erweckt den Anschein objektiver Einschätzung, obwohl unklar ist, auf welcher Grundlage diese Bewertung erfolgt. Die Reichweite und Reputation des Deutschlandfunks verstärken die potenzielle Wirkung der selektiven Darstellung auf die öffentliche Meinungsbildung zu einem kontroversen wohnungspolitischen Thema.

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