DECIPHERED: Covid-Impfung für Schwangere Corona-Vorwürfe gegen Fauci nicht haltbar

Autor: Christian Frahm, Christian Saathoff und Leven Wortmann, ARD-faktenfinder

Datum: 2026-08-14

Quelle: https://www.tagesschau.de/faktenfinder/corona-impfung-risiko-schwangerschaft-fauci-usa-covid-100.html

Journalistische Qualität: 5/5

Einflussnahme: 4/5

Zusammenfassung

Der Artikel untersucht Vorwürfe gegen den US-Virologen Anthony Fauci, er habe 2021 über Risiken der Corona-Impfung für Schwangere gelogen. Ein US-Senatsausschuss veröffentlichte interne SMS von Fauci vom 25. Januar 2021, in denen er mögliche Risiken für Schwangere erwähnte. Kritiker werfen ihm vor, wenige Tage später in einem Interview am 3. Februar 2021 öffentlich das Gegenteil behauptet zu haben. Der Artikel weist darauf hin, dass zwischen beiden Aussagen am 27. Januar 2021 erste Daten zu rund 15.000 geimpften Schwangeren veröffentlicht wurden, die keine erhöhten Risiken zeigten. Fauci habe seine Einschätzung demnach an die aktualisierte Datenlage angepasst. Der Virologe Friedemann Weber wird zitiert, dass Fauci keinen Fehler gemacht habe. Der Artikel betont, dass auch fünf Jahre später keine wissenschaftlichen Belege für einen Zusammenhang zwischen Impfung und Fehlgeburten existieren. Mehrere Studien, darunter eine Metastudie aus "Nature", werden als Beleg angeführt. Der Artikel kritisiert konservative und rechtspopulistische Medien wie die "New York Post" für verkürzte Darstellungen und widerlegt zusätzliche Falschmeldungen über angeblich 82 Prozent Fehlgeburten nach Impfung. Die Vorwürfe werden auch in Deutschland von AfD und NIUS aufgegriffen.

Schlagzeile vs. Inhalt

Die Überschrift "Corona-Vorwürfe gegen Fauci nicht haltbar" entspricht dem Inhalt des Artikels. Der Text arbeitet systematisch heraus, dass die gegen Fauci erhobenen Vorwürfe auf einer verkürzten und irreführenden Darstellung beruhen. Die Überschrift nimmt das zentrale Ergebnis der Analyse vorweg: Die Anschuldigungen, Fauci habe über Impfrisiken für Schwangere gelogen, werden als nicht haltbar bewertet. Der Artikel begründet diese Einschätzung durch eine chronologische Rekonstruktion der Ereignisse. Er zeigt, dass zwischen Faucis interner SMS vom 25. Januar 2021 (in der er mögliche Risiken erwähnte) und seinem Interview vom 3. Februar 2021 (in dem er von wahrscheinlich keinen Risiken sprach) am 27. Januar 2021 neue Daten veröffentlicht wurden. Diese Daten zu rund 15.000 geimpften Schwangeren hätten keine erhöhten Risiken gezeigt, was Faucis Positionsänderung erkläre. Die Überschrift wird durch mehrere Argumentationsebenen im Text gestützt: erstens die zeitliche Abfolge und die dazwischen liegende Datenveröffentlichung, zweitens die Einordnung durch den Virologen Friedemann Weber, drittens der Verweis auf die aktuelle wissenschaftliche Evidenz (keine Belege für Zusammenhang zwischen Impfung und Fehlgeburten), viertens die Kritik an verkürzten Mediendarstellungen. Der Untertitel "Covid-Impfung für Schwangere" benennt das thematische Feld, um das es geht, ohne eine Wertung vorzunehmen. Zusammen mit der Hauptüberschrift ergibt sich eine klare Aussage: Vorwürfe bezüglich der Covid-Impfung für Schwangere gegen Fauci sind nicht haltbar. Es gibt keine erkennbare Diskrepanz zwischen Überschrift und Inhalt. Die Überschrift fasst die zentrale These des Artikels zusammen, die im Text ausführlich belegt wird.

Texttyp: Faktencheck

Sprachlicher Modus

Der Text ist überwiegend im Indikativ verfasst und präsentiert die dargestellten Sachverhalte als verifizierte Fakten. Die Autoren verwenden eine assertorische Sprache, die keinen Raum für Zweifel an der eigenen Darstellung lässt. Beispiele für indikativische Formulierungen: - "Die Vorwürfe sind allerdings falsch" - "Zwischen Faucis SMS Ende Januar und dem Interview Anfang Februar wurden erste Zahlen zu den Impf-Risiken für schwangere Frauen veröffentlicht" - "Demnach hat Fauci in dem Interview nicht gelogen" - "Auch fünf Jahre nach der ersten Impfstoff-Zulassung gibt es keinerlei wissenschaftliche Belege für einen Zusammenhang" - "Das ist aber nicht richtig" Der Text behandelt die Vorwürfe gegen Fauci nicht als Behauptungen oder Anschuldigungen, die zu prüfen wären, sondern als bereits widerlegte Falschdarstellungen. Die Autoren positionieren sich eindeutig: Die Kritik an Fauci wird als unberechtigt dargestellt, die Verteidigung seiner Handlungen als faktisch zutreffend. Konjunktivische oder konditionale Formulierungen finden sich primär in der Wiedergabe fremder Positionen: - "Vorgeworfen wird Fauci nun, dass..." - "Fauci solle demnach..." - "Es wird behauptet, dass..." Diese Verwendung des Konjunktivs dient der distanzierten Wiedergabe von Aussagen Dritter, die der Artikel als falsch zurückweist. Die eigene Position der Autoren wird durchgehend im Indikativ formuliert. Die Einordnung durch den zitierten Virologen Friedemann Weber wird ebenfalls als Faktum präsentiert, nicht als eine von mehreren möglichen Expertenmeinungen. Alternative wissenschaftliche Einschätzungen werden nicht erwähnt. Insgesamt verwendet der Text einen assertorischen, faktenbehauptenden Sprachmodus. Die Autoren präsentieren ihre Analyse als objektive Richtigstellung, nicht als eine von mehreren möglichen Interpretationen der Ereignisse.

Journalistische Qualität

Der Faktencheck erfüllt die journalistischen Qualitätsstandards in vorbildlicher Weise. Transparenz ist durch klare Autorennennung und institutionelle Zuordnung zur ARD gegeben. Die faktische Richtigkeit ist durchgehend gewährleistet, alle wesentlichen Behauptungen werden durch Primärquellen und wissenschaftliche Studien belegt. Die Überprüfbarkeit ist exzellent durch direkte Verlinkung zu Originaldokumenten und Studien. Die Darstellung bleibt sachlich und nüchtern, wobei die Trennung von Fakten und Einordnung klar erkennbar ist. Persönlichkeitsrechte und Unschuldsvermutung werden respektiert, die Sprache ist durchgehend diskriminierungsfrei. Der Text entspricht den höchsten Standards für Faktenchecks.

Einzelne Prinzipien

Prinzip der Transparenz: 5/5

Sehr gut

Die Transparenz ist vorbildlich erfüllt. Der Text ist auf tagesschau.de publiziert, einer etablierten öffentlich-rechtlichen Nachrichtenplattform mit klar dokumentierter Trägerschaft (ARD). Die drei Autoren sind namentlich genannt und als ARD-faktenfinder ausgewiesen, was ihre institutionelle Zugehörigkeit und redaktionelle Verantwortung eindeutig macht. Die Finanzierung und Organisationsstruktur der ARD sind öffentlich bekannt und auf der Website einsehbar. Es werden keine relevanten Interessenkonflikte verschwiegen; die Autoren legen ihre Rolle als Faktenchecker transparent dar.

Prinzip der Faktentreue: 5/5

Sehr gut

Alle wesentlichen Faktenbehauptungen im Text sind korrekt und werden durch die externe Recherche bestätigt. Die Veröffentlichung der SMS durch Ron Johnson und Rand Paul am 10. August 2026, Faucis Äußerungen vom 25. Januar 2021 über theoretische Risiken, die Veröffentlichung der CDC-Daten am 27. Januar 2021, Faucis Interview vom 3. Februar 2021 sowie die institutionellen Rollen (Johnson als Vorsitzender des Permanent Subcommittee on Investigations, Faucis Beraterrolle unter Biden) sind durch die Recherche belegt. Die Darstellung der Falschmeldung über 82 Prozent Fehlgeburten und die Kritik an der Thorp-Studie sind sachlich zutreffend. Zahlen, Daten, Zitate und zeitliche Abläufe entsprechen der Realität.

Prinzip der Sachlichkeit: 4/5

Gut

Die Darstellung ist überwiegend sachlich und nüchtern gehalten. Der Text verwendet eine professionelle, faktenorientierte Sprache und vermeidet weitgehend emotionale Färbungen. Die Widerlegung der Vorwürfe gegen Fauci erfolgt durch Fakten und Zeitabläufe, nicht durch polemische Formulierungen. Einzelne Formulierungen wie "Die Vorwürfe sind allerdings falsch" im Teaser könnten als leicht wertend wahrgenommen werden, sind aber im Kontext eines Faktenchecks vertretbar und werden durch die nachfolgende Beweisführung gestützt. Insgesamt bleibt der Ton durchgehend professionell und die Argumentation faktenbasiert.

Prinzip der Überprüfbarkeit: 5/5

Sehr gut

Die Überprüfbarkeit ist vorbildlich gewährleistet. Der Text verlinkt direkt auf Primärquellen: die veröffentlichten SMS von Fauci (ronjohnson.senate.gov), die CDC-Auswertung vom 27. Januar 2021, wissenschaftliche Studien in Fachzeitschriften (Nature, Ärzteblatt) und die Washington Post-Berichterstattung. Zentrale Behauptungen werden durch mehrere unabhängige Quellen kreuzverifiziert (z.B. die Veröffentlichung der SMS durch verschiedene Medienberichte). Der Text zitiert zudem den deutschen Virologen Friedemann Weber als Expertenquelle zur Einordnung. Alle wesentlichen Fakten sind für Leser nachprüfbar und mit konkreten, zugänglichen Referenzen belegt.

Prinzip der Trennung und Kennzeichnung: 5/5

Sehr gut

Die Trennung von Nachricht und Meinung ist strikt eingehalten. Der Text ist klar als "Faktenfinder" gekennzeichnet, was das Format transparent macht. Die drei Autoren sind namentlich genannt (Christian Frahm, Christian Saathoff, Leven Wortmann). Faktische Darstellungen (Veröffentlichung der SMS, zeitlicher Ablauf, Studienlage) werden klar von Einordnungen unterschieden, wobei letztere durch Expertenzitate (Virologe Weber) transparent als Bewertungen erkennbar sind. Es gibt keine Vermischung von Berichterstattung und Kommentar; der gesamte Text folgt dem Faktencheck-Format mit klarer Trennung zwischen zu prüfender Behauptung, Faktenlage und Schlussfolgerung.

Prinzip des Schutzes der Persönlichkeitsrechte: 4/5

Gut

Die Persönlichkeitsrechte werden grundsätzlich respektiert. Anthony Fauci wird als öffentliche Person im Kontext seiner beruflichen Rolle behandelt, ohne dass seine Privatsphäre verletzt würde. Die Darstellung konzentriert sich auf seine fachlichen Äußerungen und sein Handeln als Regierungsberater. Ron Johnson und andere genannte Politiker werden ebenfalls nur in ihrer öffentlichen Funktion thematisiert. Der Gynäkologe James A. Thorp wird im Zusammenhang mit seiner veröffentlichten Studie kritisiert, was im Rahmen wissenschaftlicher Debatte legitim ist. Einzelne Formulierungen zur "verkürzten Darstellung" in konservativen Medien bleiben sachlich-kritisch, ohne persönlich diffamierend zu werden.

Prinzip der Unschuldsvermutung: 5/5

Sehr gut

Die Unschuldsvermutung wird durchgehend gewahrt. Der Text behandelt die Vorwürfe gegen Fauci als zu prüfende Behauptungen, nicht als erwiesene Tatsachen. Die Widerlegung erfolgt durch Fakten und Zeitabläufe, nicht durch Vorverurteilung der Kritiker. Fauci wird nicht als Opfer dargestellt, sondern seine Aussagen werden sachlich im Kontext der damaligen Datenlage eingeordnet. Auch die Kritiker (Johnson, konservative Medien) werden nicht pauschal verurteilt, sondern ihre spezifischen Darstellungen werden auf Faktenbasis korrigiert. Der Text vermeidet Schuldzuweisungen und konzentriert sich auf die Richtigstellung falscher Tatsachenbehauptungen.

Prinzip der Nicht-Diskriminierung: 5/5

Sehr gut

Der Text ist frei von diskriminierenden Darstellungen. Personen und Gruppen werden ausschließlich nach ihrer fachlichen Rolle oder politischen Funktion charakterisiert, nicht nach geschützten Merkmalen. Die Bezeichnung "konservative bis rechtspopulistische Medien" ist eine politische Einordnung, keine Diskriminierung. Schwangere Frauen werden als betroffene Gruppe respektvoll behandelt, ohne Stereotype oder Stigmatisierung. Die Sprache ist durchgehend neutral und wertschätzend gegenüber allen erwähnten Personen und Gruppen, unabhängig von politischer Ausrichtung, Geschlecht oder anderen Merkmalen.

Kontext: Journalismus-Kontext

Beeinflussungsanalyse

Der Artikel verfolgt primär eine informierende Funktion mit klarer faktischer Grundlage und ausgewogener Perspektivendarstellung. Die Sprache ist überwiegend neutral und sachlich, emotionale Appelle fehlen weitgehend. Ein moderates Framing ist durch die Überschrift und Strukturierung erkennbar, dominiert aber nicht die Gesamtdarstellung. Die Argumentation ist logisch fundiert und evidenzbasiert, ohne systematische Fehlschlüsse. Die Absicht des Faktenchecks ist transparent kommuniziert, und es werden keine Handlungsaufforderungen an die Leser gerichtet. Insgesamt handelt es sich um sachorientierten Journalismus mit minimalen persuasiven Elementen.

Einzelne Dimensionen

Faktenbasis: 4/5

Zutreffend

Der Artikel stützt sich auf verifizierbare Fakten, die durch externe Recherche bestätigt wurden: Die Veröffentlichung der SMS-Nachrichten von Anthony Fauci durch die Senatoren Ron Johnson und Rand Paul am 10. August 2026, Faucis SMS vom 25. Januar 2021 über theoretische Risiken, seine öffentliche Aussage vom 3. Februar 2021, und die Datenveröffentlichung der CDC am 27. Januar 2021. Die zeitliche Abfolge und der Kontext werden korrekt dargestellt. Die Einordnung durch den Virologen Friedemann Weber wird zitiert, und wissenschaftliche Studien zur Sicherheit von COVID-Impfungen für Schwangere werden referenziert. Kleinere Ungenauigkeiten oder nicht verifizierbare Details verhindern nicht die Gesamtbewertung als zutreffend.

Vollständigkeit der Darstellung: 4/5

Ausgewogen

Der Artikel präsentiert mehrere Perspektiven: die Vorwürfe gegen Fauci aus konservativen und rechtspopulistischen Kreisen, die faktische Chronologie der Ereignisse, wissenschaftliche Einordnungen durch Virologe Weber, und aktuelle Studienlage. Gegenargumente zu den Vorwürfen werden ausführlich dargelegt, einschließlich der zeitlichen Abfolge zwischen Faucis SMS und seiner öffentlichen Aussage sowie der dazwischen veröffentlichten Daten. Der Artikel benennt auch die verkürzten Darstellungen in Medien wie der New York Post und NIUS. Alternative Erklärungen für Faucis Aussagen werden berücksichtigt (Anpassung an neue Datenlage). Kleinere Kontextlücken (z.B. detailliertere Darstellung der politischen Motivation hinter dem Untersuchungsausschuss) verhindern nicht die Gesamtbewertung als ausgewogen.

Emotionale Appelle: 4/5

Zurückhaltend

Der Artikel verzichtet weitgehend auf emotionale Appelle und konzentriert sich auf sachliche Darstellung. Es werden keine Ängste geschürt oder Empörung provoziert. Die Sprache bleibt nüchtern, auch bei der Beschreibung der Vorwürfe gegen Fauci. Emotionale Elemente sind minimal und dienen der Kontextualisierung (z.B. Erwähnung von Fehlgeburten als sensibles Thema), nicht der Manipulation. Die Darstellung der wissenschaftlichen Evidenz erfolgt ohne dramatisierende Elemente. Vereinzelte wertende Formulierungen ("falsche Vorwürfe") sind faktisch begründet und nicht primär emotional motiviert.

Sprache: 4/5

Gemessen

Die Sprache ist überwiegend neutral und beschreibend. Der Artikel verwendet Indikativ für verifizierte Fakten ("wurden veröffentlicht", "hat geschrieben") und kennzeichnet Behauptungen klar als solche ("wird vorgeworfen", "soll gelogen haben"). Wertende Begriffe wie "falsch" oder "nicht richtig" werden durch faktische Belege gestützt. Es gibt keine Dehumanisierung, Feindbilder oder systematische rhetorische Manipulation. Absolute Ausdrücke werden vermieden. Die Verwendung von Begriffen wie "konservativ bis rechtspopulistisch" ist deskriptiv und kontextualisierend. Kleinere evaluative Elemente ("unfair") erscheinen in direkten Zitaten, nicht in der Autorensprache. Keine stigmatisierenden Labels werden als rhetorische Abkürzung eingesetzt.

Framing: 3/5

Moderat

Der Artikel weist ein erkennbares Framing auf: Die Überschrift "Corona-Vorwürfe gegen Fauci nicht haltbar" setzt bereits einen interpretatorischen Rahmen, bevor die Evidenz präsentiert wird. Die Struktur folgt einem Muster von Vorwurf-Widerlegung, wobei die Widerlegung den größeren Raum einnimmt. Die Kategorisierung der Kritiker als "konservativ bis rechtspopulistisch" schafft eine assoziative Rahmung. Allerdings werden die Vorwürfe fair dargestellt, die zeitliche Abfolge transparent gemacht, und alternative Perspektiven (wissenschaftliche Einordnung) eingebunden. Es gibt keine systematische Rekontextualisierung von Fakten oder kumulative Schuldmuster. Die Rahmung ist erkennbar, aber nicht dominant über mehrere Ebenen hinweg verstärkt.

Argumentationsstruktur: 4/5

Fundiert

Die Argumentation ist logisch strukturiert und evidenzbasiert. Die zentrale These (Vorwürfe gegen Fauci sind nicht haltbar) wird durch chronologische Darstellung der Ereignisse, Zitate von Faucis Aussagen, Verweis auf zwischenzeitlich veröffentlichte Daten und wissenschaftliche Studien gestützt. Kausale Zusammenhänge werden klar dargelegt (neue Daten → geänderte Einschätzung). Es werden keine offensichtlichen logischen Fehlschlüsse verwendet. Die Widerlegung der "82 Prozent Fehlgeburten"-Behauptung erfolgt durch Analyse der zitierten Quelle. Expertenmeinungen (Weber) werden zur Kontextualisierung herangezogen, nicht als alleiniger Autoritätsbeweis. Kleinere argumentative Lücken (z.B. keine Diskussion möglicher Kommunikationsfehler Faucis) verhindern nicht die Gesamtbewertung als fundiert.

Transparenz der Absicht: 4/5

Offen

Die Absicht des Artikels ist klar erkennbar: Faktenchecking und Richtigstellung von als falsch identifizierten Vorwürfen gegen Fauci. Der Artikel ist als "Faktenfinder" gekennzeichnet, was die Intention transparent macht. Die Autoren werden namentlich genannt (Christian Frahm, Christian Saathoff, Leven Wortmann). Die Quelle (tagesschau.de, ARD) ist identifizierbar. Es gibt keine versteckten Agenden oder vorgetäuschte Neutralität - der Artikel nimmt klar Position gegen die Vorwürfe ein, begründet dies aber mit Fakten. Interessenkonflikte werden nicht explizit thematisiert, was bei öffentlich-rechtlichem Journalismus üblich ist. Die Transparenz ist hoch, kleinere Kontextinformationen (z.B. zur redaktionellen Linie) fehlen.

Handlungsaufforderungen: 5/5

Informativ

Der Artikel enthält keinerlei Handlungsaufforderungen. Es gibt keine Aufrufe zu konkreten Aktionen wie Teilen, Unterschreiben, Wählen oder Boykottieren. Es wird kein Druck ausgeübt (weder zeitlich noch sozial). Die Autonomie der Leser wird vollständig respektiert. Der Artikel präsentiert Informationen und Analysen, überlässt aber dem Leser die Schlussfolgerungen für eigenes Handeln. Es werden keine Konsequenzen von Handeln oder Nicht-Handeln einseitig dargestellt. Die Funktion ist rein informativ im Sinne eines Faktenchecks.

Persuasions-Metaanalyse

Absicht und Wirkung

Die erkennbare Absicht des Artikels ist die Richtigstellung von Falschinformationen über Anthony Fauci und die COVID-Impfempfehlungen für Schwangere im Rahmen der Faktenchecker-Funktion der ARD. Der Artikel zielt darauf ab, eine verkürzte und irreführende Darstellung in konservativen bis rechtspopulistischen Medien und sozialen Netzwerken zu korrigieren, indem er die chronologische Abfolge der Ereignisse rekonstruiert und wissenschaftliche Evidenz präsentiert. Die wahrscheinliche Wirkung auf Leser ist eine Relativierung der Vorwürfe gegen Fauci durch Kontextualisierung und Faktenprüfung. Für Leser, die bereits den Vorwürfen skeptisch gegenüberstanden, bietet der Artikel Bestätigung und Argumente; für Leser, die den Vorwürfen Glauben schenkten, könnte er kognitive Dissonanz auslösen oder - bei Offenheit - zu einer Neubewertung führen. Die Wirkung ist primär aufklärend und korrigierend, mit geringem manipulativem Potenzial aufgrund der transparenten Methodik und evidenzbasierten Argumentation.

Mildernde Umstände

Mehrere Faktoren mildern die persuasive Wirkung des Artikels: Erstens ist er klar als "Faktenfinder" gekennzeichnet, was die Erwartungshaltung der Leser auf Faktenprüfung und nicht auf neutrale Berichterstattung einstellt. Zweitens entspricht die Struktur (Behauptung-Prüfung-Bewertung) den etablierten Konventionen des Faktenchecking-Genres, was die erkennbare Positionierung legitimiert. Drittens werden die geprüften Vorwürfe fair dargestellt und mit konkreten Quellenangaben versehen, bevor sie widerlegt werden. Viertens ist die Quelle (ARD/tagesschau.de) als öffentlich-rechtlicher Medienanbieter institutionell zur Ausgewogenheit verpflichtet und unterliegt redaktionellen Standards. Fünftens werden wissenschaftliche Studien und Expertenmeinungen zur Stützung der Argumentation herangezogen, was die Evidenzbasis stärkt. Die transparente Kennzeichnung als Faktenchecker-Artikel reduziert das Risiko verdeckter Beeinflussung erheblich.

Verschärfende Umstände

Einige Faktoren erhöhen die potenzielle Wirkung des Artikels: Erstens verfügt die ARD/tagesschau als öffentlich-rechtlicher Sender über hohe institutionelle Autorität und Reichweite in Deutschland, was der Darstellung besonderes Gewicht verleiht. Zweitens erscheint der Artikel in einem politisch aufgeladenen Kontext, in dem Vertrauen in Gesundheitsbehörden und Impfempfehlungen gesellschaftlich umstritten ist, wodurch jede Positionierung polarisierend wirken kann. Drittens könnte die Kategorisierung der Kritiker als "konservativ bis rechtspopulistisch" bei manchen Lesern eine assoziative Abwertung der Kritik auslösen, unabhängig von deren sachlicher Berechtigung. Viertens behandelt der Artikel ein Thema (Schwangerschaft, Fehlgeburten, Impfsicherheit), das emotional hochsensibel ist und vulnerable Zielgruppen (Schwangere, Eltern) betrifft. Fünftens könnte die zeitliche Nähe zur Veröffentlichung der Fauci-SMS (nur vier Tage später) als schnelle Gegenreaktion wahrgenommen werden, was bei kritischen Lesern Misstrauen gegenüber der Unabhängigkeit der Bewertung wecken könnte.

Über den Autor

Biografie

Informationen zu den Autoren Christian Frahm, Christian Saathoff und Leven Wortmann nicht verfügbar. Die Autoren arbeiten für den ARD-faktenfinder, ein Projekt der ARD zur Überprüfung von Falschinformationen und zur Einordnung von Debatten.

Beruflicher Werdegang

Die Autoren sind für den ARD-faktenfinder tätig, ein Rechercheformat der ARD, das sich mit Desinformation, Falschmeldungen und Faktenchecks beschäftigt. Weitere Informationen zu individuellen Karrierewegen nicht verfügbar.


Analyse erstellt mit decipherInteraktive Version öffnen