DECIPHERED: Durchatmen, um durchzustarten

Autor: Andreas Baron, Elisa Gratias, Madita Hampe, Jana Pfligersdorffer, Nicolas Riedl, Roland Rottenfußer

Datum: 2026-08-01

Quelle: https://www.manova.news/artikel/durchatmen-um-durchzustarten

Journalistische Qualität: 3/5

Einflussnahme: 3/5

Zusammenfassung

Der Text ist eine Mitteilung der Manova-Redaktion an ihre Leserschaft. Die Redaktion beschreibt Veränderungen im politischen Diskurs in Deutschland: Während sich der Rahmen des Sagbaren in manchen Bereichen geweitet habe (etwa bei Kritik an US-Außenpolitik oder Migration), habe er sich in anderen Bereichen verschlossen (Verbot russischer Medien, rechtliche Verfolgung pro-palästinensischer Berichterstattung). Der Druck auf alternative Medien sei härter geworden. Manova berichtet von finanziellen Schwierigkeiten trotz eines vorherigen Spendenaufrufs im Juli und bittet erneut um finanzielle Unterstützung. Die Redaktion kündigt eine kurze Veröffentlichungspause bis zum 4. August an, um Kraft und Kreativität zu sammeln. Der Text endet mit einem Dank an die Leserschaft und Informationen zu Spendenmöglichkeiten sowie Kurzbiografien der sechs namentlich genannten Redaktionsmitglieder.

Schlagzeile vs. Inhalt

Die Überschrift "Durchatmen, um durchzustarten" steht in einem angemessenen Verhältnis zum Inhalt des Textes. Sie kündigt metaphorisch die im Text beschriebene Redaktionspause an, die der Regeneration dienen soll ("durchatmen"), um anschließend die journalistische Arbeit fortzusetzen ("durchzustarten"). Der Titel ist zwar etwas unspezifisch und könnte auch andere Themen ankündigen, verschleiert oder verzerrt aber nicht den tatsächlichen Inhalt. Der Text selbst erfüllt die durch die Überschrift geweckte Erwartung: Die Redaktion erläutert zunächst den Kontext (Veränderungen im Diskurs, ökonomischer und politischer Druck auf alternative Medien), berichtet dann über die finanzielle Situation und den vorherigen Spendenaufruf, erneuert die Bitte um Unterstützung und kündigt schließlich die Pause an, die dem "Durchatmen" entspricht. Die Formulierung "Raum nehmen" für "Kreativität und Kraft" im vorletzten Absatz korrespondiert direkt mit der Überschrift. Es liegt keine irreführende Zuspitzung, Dramatisierung oder thematische Verschiebung vor. Die Überschrift wählt einen positiv-optimistischen Ton ("durchstarten"), der die im Text ebenfalls vorhandene Zuversicht trotz Schwierigkeiten widerspiegelt. Insgesamt ist die Überschrift eine sachgerechte, wenn auch metaphorische Zusammenfassung der Kernbotschaft.

Texttyp: Kommentar (nicht gekennzeichnet)

Sprachlicher Modus

Der Text ist überwiegend im Indikativ verfasst und präsentiert die meisten Aussagen als Tatsachenbehauptungen. Die Redaktion beschreibt Veränderungen im politischen Diskurs, rechtliche Entwicklungen und die eigene finanzielle Situation durchgehend im Aussagemodus. Beispiele für indikativische Formulierungen: - "Der politische Diskurs in Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert" - "Heute können Privatpersonen strafrechtlich belangt werden, wenn sie einen entsprechenden Link teilen" - "Anfang Juli haben wir einen Artikel veröffentlicht" - "Ab dem 04. August sind wir dann wieder regulär mit Artikeln und Videointerviews für Sie da" Konjunktivische oder konditionale Formulierungen sind selten und beschränken sich auf hypothetische Vergleiche und höfliche Bitten: - "Im Jahr 2018 hätte besagter jemand zum Beispiel problemlos russische Medien [...] konsumieren [...] dürfen" (Konjunktiv II für hypothetischen Vergleich) - "Wahrscheinlich hätte auch Hüseyin Doğru 2018 über ein pro-palästinensisches Protestcamp berichten können" (Konjunktiv II für Vermutung) - "Falls Ihnen Manova also am Herzen liegt [...], würden wir uns sehr freuen" (Konjunktiv II als Höflichkeitsform) Die wenigen konjunktivischen Passagen dienen stilistischen Zwecken (Vergleich mit der Vergangenheit, höfliche Formulierung der Spendenbitte), nicht der Kennzeichnung ungesicherter Informationen. Die Kernaussagen über die gegenwärtige Situation, die finanziellen Schwierigkeiten und die geplante Pause sind durchgehend als Fakten formuliert. Der Text erhebt damit den Anspruch, verifizierbare Tatsachen zu präsentieren, nicht Vermutungen oder Behauptungen Dritter wiederzugeben.

Journalistische Qualität

Der Text weist eine solide journalistische Grundqualität mit erkennbaren Schwächen auf. Die Transparenz ist gut gegeben durch namentliche Autorennennung und Offenlegung der organisatorischen Struktur sowie der finanziellen Abhängigkeit. Die Faktentreue ist weitgehend gewährleistet, wobei die wesentlichen Behauptungen (Russia-Today-Verbot, Sanktionen gegen Doğru, biografische Angaben zu Rottenfußer) durch externe Quellen bestätigt werden. Die deutlichste Schwäche liegt in der Sachlichkeit: Der Text verwendet emotional gefärbte und dramatisierende Formulierungen, die über das für einen Kommentar übliche Maß hinausgehen und erkennbar auf Sympathiegewinnung und Mobilisierung abzielen. Die Überprüfbarkeit ist grundsätzlich gegeben, leidet aber unter fehlenden Quellenangaben für allgemeine Behauptungen zur Diskursentwicklung. Die Trennung von Nachricht und Meinung ist klar, der Text ist eindeutig als redaktioneller Kommentar erkennbar. Persönlichkeitsrechte werden vollständig respektiert. Insgesamt handelt es sich um einen verwendbaren journalistischen Beitrag, der jedoch durch stärkere emotionale Färbung und teilweise unzureichende Belegung von der optimalen Qualität abweicht.

Einzelne Prinzipien

Prinzip der Transparenz: 4/5

Gut

Die Transparenz ist weitgehend gegeben. Die Autoren sind namentlich genannt und mit Kurzbiografien versehen, die ihre Rollen bei Manova offenlegen. Die organisatorische Struktur des Mediums wird durch die Autorenangaben erkennbar (Redaktionsleitung, Geschäftsführung, Chefredaktion, IT-Leitung). Die finanzielle Situation und Abhängigkeit von Spenden wird explizit thematisiert. Kleinere Lücken bestehen bei detaillierten Informationen zur Eigentümerstruktur und zu möglichen Interessenkonflikten der einzelnen Autoren, die jedoch für einen redaktionellen Kommentar dieser Art nicht zwingend erforderlich sind.

Prinzip der Faktentreue: 4/5

Gut

Die wesentlichen Faktenaussagen im Text sind korrekt. Die Behauptung über strafrechtliche Verfolgung bei Verbreitung von Russia-Today-Links wird durch den EuGH-Beschluss vom 2. Juli 2026 und laufende Strafverfahren in Deutschland bestätigt. Die Angaben zu Hüseyin Doğru und den EU-Sanktionen gegen ihn und AFA Medya A.Ş. im Mai 2025 sind ebenfalls verifiziert, wobei die Kausalität (Sanktionen wegen Berichterstattung über Protestcamp) seine eigene Darstellung ist, nicht ein etablierter Fakt. Die biografischen Angaben zu Roland Rottenfußer (Chefredakteur Rubikon 2020-2023, Mitherausgeber und Chefredakteur Manova seit April 2023, Chefredakteur Hinter den Schlagzeilen seit 2006) sind durch mehrere Quellen bestätigt. Kleinere Ungenauigkeiten oder nicht verifizierbare Details betreffen keine zentralen Aussagen.

Prinzip der Sachlichkeit: 2/5

Fragwürdig

Die Darstellung ist deutlich emotional gefärbt und verwendet wertende Formulierungen. Begriffe wie "ausradiert zu werden", "äußere Widrigkeiten" und die Gegenüberstellung von "Druck wird seltener ausgeübt, dafür härter" zeigen eine subjektive, dramatisierende Perspektive. Die Beschreibung der Diskursentwicklung ist tendenziös formuliert ("so sehr hat er sich an auf der anderen Seite verschlossen") und transportiert eine klare Opfernarration. Während für einen Kommentar oder redaktionellen Beitrag eine gewisse Subjektivität zulässig ist, überwiegt hier die emotionale Färbung gegenüber einer nüchternen Darstellung der eigenen Situation. Die Wortwahl zielt erkennbar auf Sympathiegewinnung und Mobilisierung der Leserschaft ab.

Prinzip der Überprüfbarkeit: 3/5

Verwendbar

Die Überprüfbarkeit ist grundsätzlich gegeben, weist aber Lücken auf. Konkrete Beispiele werden genannt (Russia Today, Hüseyin Doğru, Impfstatus, Gendern), die prinzipiell nachvollziehbar sind. Der Verweis auf einen früheren Artikel Anfang Juli ist nachvollziehbar, aber nicht direkt verlinkt. Die Behauptungen zur Diskursentwicklung und zum ökonomischen Druck bleiben weitgehend unbelegt und nicht durch Quellen gestützt – sie werden als allgemeine Beobachtungen präsentiert. Die Aussage "Anfang Juli haben wir einen Artikel veröffentlicht" ist spezifisch genug, um überprüfbar zu sein, auch wenn kein direkter Link angegeben wird. Für einen redaktionellen Kommentar zur eigenen Situation ist die Belegdichte ausreichend, aber nicht optimal.

Prinzip der Trennung und Kennzeichnung: 4/5

Gut

Die Trennung von Nachricht und Meinung ist klar erkennbar. Der Text ist eindeutig als redaktioneller Kommentar zur eigenen Situation gekennzeichnet, verfasst von den namentlich genannten Redaktionsmitgliedern. Es handelt sich nicht um eine Nachricht, sondern um eine Stellungnahme und einen Spendenaufruf, was durch Ton und Inhalt unmissverständlich wird. Die Autoren sind mit Namen und Funktion genannt. Faktische Elemente (EuGH-Urteil, Sanktionen gegen Doğru) werden mit subjektiven Einschätzungen ("der Diskurs ist nicht freier geworden, sondern lediglich anders") kombiniert, wobei die Übergänge transparent bleiben. Die Kennzeichnung als redaktioneller Beitrag ist durch die Mehrfachautorschaft und den Kontext gegeben.

Prinzip des Schutzes der Persönlichkeitsrechte: 5/5

Sehr gut

Die Persönlichkeitsrechte werden vollständig gewahrt. Hüseyin Doğru wird im Kontext der EU-Sanktionen erwähnt, jedoch ohne diffamierende oder unangemessene Darstellung – die Erwähnung dient als Beispiel für Druck auf Journalisten. Die Darstellung ist sachlich und respektvoll. Die Autoren selbst werden mit biografischen Informationen vorgestellt, die sie offensichtlich selbst zur Verfügung gestellt haben. Es gibt keine unangemessenen Eingriffe in die Privatsphäre, keine ehrverletzenden Formulierungen und keine problematischen Bild- oder Wortdarstellungen von Personen. Die Würde aller erwähnten Personen bleibt gewahrt.

Prinzip der Unschuldsvermutung: nicht anwendbar

Nicht anwendbar

Das Prinzip der Unschuldsvermutung ist auf diesen Text nicht anwendbar, da keine Personen im Kontext von Ermittlungs- oder Strafverfahren, Vorwürfen oder Schuldzuweisungen dargestellt werden. Hüseyin Doğru wird als Betroffener von EU-Sanktionen erwähnt, nicht als Beschuldigter in einem Verfahren. Der Text behandelt keine strafrechtlichen oder formalen Verfahren gegen Einzelpersonen und enthält keine Schuldzuweisungen oder Vorverurteilungen.

Prinzip der Nicht-Diskriminierung: nicht anwendbar

Nicht anwendbar

Das Prinzip der Nicht-Diskriminierung ist auf diesen Text nicht anwendbar, da keine Personen oder Gruppen auf Basis geschützter Merkmale (Alter, Geschlecht, sexuelle Orientierung, Behinderung, ethnische Herkunft, Hautfarbe, nationale Herkunft, Religion, Weltanschauung, politische Meinung, sozialer oder wirtschaftlicher Status, Sprache) thematisiert oder bewertet werden. Der Text konzentriert sich auf die Situation des Mediums Manova und die allgemeine Diskursentwicklung, ohne Personen oder Gruppen aufgrund zugeschriebener Gruppenmerkmale zu charakterisieren.

Kontext: Journalismus-Kontext

Beeinflussungsanalyse

Der Text bewegt sich im Bereich des argumentierenden Journalismus mit klarer Positionierung. Die Redaktion präsentiert ihre Wahrnehmung der Diskursveränderungen in Deutschland mit konkreten, verifizierbaren Beispielen und transparenter Absicht. Die faktische Basis ist solide, die Argumentation nachvollziehbar strukturiert. Moderate emotionale Elemente und direkte Spendenaufrufe dienen der Mobilisierung von Unterstützung, ohne manipulativ zu wirken. Die Transparenz über die finanzielle Situation und die Offenlegung aller Interessen entsprechen journalistischen Standards. Insgesamt nutzt der Text rationale Argumente zur Überzeugung der Leser, ergänzt durch nachvollziehbare Appelle an deren Solidarität mit dem Medium.

Einzelne Dimensionen

Faktenbasis: 4/5

Zutreffend

Der Text enthält überwiegend zutreffende Fakten, die durch externe Recherche bestätigt werden. Die Aussage über strafrechtliche Verfolgung bei Verbreitung von Russia-Today-Links ist durch das EuGH-Urteil vom 2. Juli 2026 belegt. Die Angaben zu Hüseyin Doğru und den EU-Sanktionen gegen ihn und seine Firma AFA Medya A.Ş. im Mai 2025 sind ebenfalls verifiziert. Die biografischen Angaben zu Roland Rottenfußer (Chefredakteur Rubikon 2020-2023, Mitherausgeber und Chefredakteur Manova seit April 2023) sind korrekt. Die Behauptungen über Veränderungen im politischen Diskurs und Verschiebungen im Debattenraum sind als Einschätzungen formuliert und nicht als verifizierbare Tatsachenbehauptungen präsentiert.

Vollständigkeit der Darstellung: 3/5

Repräsentativ

Der Text präsentiert hauptsächlich die Perspektive der Redaktion und beschreibt deren Wahrnehmung der Diskursveränderungen. Die Behauptung, der Diskurs habe sich an manchen Stellen geöffnet, an anderen verschlossen, wird mit konkreten Beispielen belegt. Allerdings fehlen alternative Perspektiven auf diese Entwicklungen oder Einschätzungen anderer Akteure. Die finanzielle Situation des Mediums wird offen dargestellt, einschließlich der Notwendigkeit von Spenden. Kontextinformationen zu den rechtlichen Rahmenbedingungen (EU-Sanktionen, RT-Verbot) werden erwähnt, aber nicht vertieft. Die Hauptperspektiven sind erkennbar, auch wenn Gegenpositionen nicht explizit dargestellt werden.

Emotionale Appelle: 3/5

Ergänzend

Der Text verwendet moderate emotionale Elemente, die als Ergänzung zu den sachlichen Ausführungen dienen. Die Beschreibung der finanziellen Notlage ("langsam ausradiert zu werden") enthält eine gewisse Dramatik, bleibt aber im Rahmen nachvollziehbarer Sorgen. Der Dank an Unterstützer und die Bitte um weitere Spenden sprechen emotionale Verbundenheit an, ohne manipulativ zu wirken. Die Formulierung "falls Ihnen Manova am Herzen liegt" appelliert an die Bindung der Leser zum Medium. Insgesamt überwiegen sachliche Darstellungen der Situation, während emotionale Elemente die Dringlichkeit unterstreichen, ohne die faktische Ebene zu dominieren.

Sprache: 3/5

Positioniert

Die Sprache ist überwiegend sachlich und klar positioniert. Der Text verwendet neutrale Beschreibungen ("der Debattenraum hat sich geöffnet/verschlossen") neben bewertenden Formulierungen ("Druck wird seltener ausgeübt, dafür härter"). Die Wortwahl ist präzise und ohne Polemik. Es gibt keine Feindbilder, Stereotypen oder abwertende Begriffe. Die Formulierungen sind im Indikativ gehalten und präsentieren die Einschätzungen der Redaktion als deren Wahrnehmung. Rhetorische Mittel werden sparsam eingesetzt. Die Sprache ist professionell und transparent in ihrer Positionierung, ohne manipulative oder polarisierende Elemente. Absolute Ausdrücke oder kategorische Aussagen fehlen weitgehend.

Framing: 3/5

Moderat

Der Text verwendet ein erkennbares, aber moderates Framing. Die zentrale Rahmung stellt eine Spannung zwischen Öffnung und Verschließung des Diskursraums her ("nicht freier geworden, sondern lediglich anders"). Diese Perspektive wird durch konkrete Beispiele gestützt und als Einschätzung der Redaktion transparent gemacht. Der Titel "Durchatmen, um durchzustarten" rahmt die Pause positiv als notwendige Regeneration. Es gibt keine dualistischen Muster oder Schwarz-Weiß-Denken. Die Fakten werden in ihrem natürlichen Kontext präsentiert, ohne wesentliche Rekontextualisierung. Die narrative Struktur folgt einer nachvollziehbaren Argumentation von der Diskurssituation über die finanzielle Lage zur angekündigten Pause. Alternative Interpretationen bleiben möglich.

Argumentationsstruktur: 4/5

Fundiert

Die Argumentation ist logisch strukturiert und nachvollziehbar aufgebaut. Die zentrale These (Diskurs hat sich verändert, aber nicht unbedingt geöffnet) wird mit konkreten Beispielen belegt: RT-Verbot, Fall Doğru, Vergleich 2018 vs. heute. Die Schlussfolgerungen folgen aus den präsentierten Fakten. Es gibt keine erkennbaren logischen Fehlschlüsse. Die Verbindung zwischen ökonomischem Druck, äußeren Widrigkeiten und der Notwendigkeit von Spenden wird klar dargelegt. Die Argumentation vermeidet Korrelations-Kausalitäts-Fehler und Autoritätsargumente. Die Begründung für die Redaktionspause (Raum für Kreativität und Kraft) ist transparent. Kleinere argumentative Lücken bestehen in der Verallgemeinerung der Diskursveränderungen, die als Beobachtung, nicht als bewiesene Tatsache präsentiert werden.

Transparenz der Absicht: 5/5

Transparent

Die Absicht des Textes ist vollständig transparent und wird explizit kommuniziert. Die Redaktion legt offen dar, dass sie auf Spenden angewiesen ist und bittet die Leser um finanzielle Unterstützung. Die wirtschaftliche Situation wird ehrlich beschrieben, einschließlich der Tatsache, dass eine frühere Spendenbitte kurzfristig geholfen hat, aber nicht ausreichte. Die Ankündigung der Redaktionspause wird klar begründet. Es gibt keine versteckten Agendas oder vorgetäuschte Neutralität. Die Interessen des Mediums (Fortbestand, finanzielle Stabilität) werden vollständig offengelegt. Die Selbstdarstellung als "Medium ohne große Geldgeber im Hintergrund" macht die Abhängigkeit von Leserunterstützung nachvollziehbar.

Handlungsaufforderungen: 2/5

Bewertend

Der Text enthält klare Handlungsaufforderungen zur finanziellen Unterstützung. Die Bitte um Spenden wird mehrfach formuliert: "würden wir uns sehr freuen, wenn Sie das tun", mit konkreten Links zu Unterstützungsmöglichkeiten (Dauerauftrag, Einzelspende, Manova-Kollektion). Die Aufforderung ist direkt und mit emotionalen Elementen verbunden ("falls Ihnen Manova am Herzen liegt"). Es wird ein gewisser Druck durch die Beschreibung der existenziellen Bedrohung aufgebaut ("Sorge, langsam ausradiert zu werden"). Allerdings bleibt die Entscheidung beim Leser, es gibt keine Ultimaten oder Zwang. Die Konsequenzen (mögliches Ende des Mediums) werden einseitig aus Sicht der Redaktion dargestellt. Die Autonomie der Leser wird grundsätzlich respektiert, auch wenn die Dringlichkeit betont wird.

Persuasions-Metaanalyse

Absicht und Wirkung

Die primäre Absicht des Textes ist die Mobilisierung finanzieller Unterstützung für das Medium Manova. Dies wird transparent kommuniziert und mit der wirtschaftlichen Situation sowie dem wahrgenommenen Druck auf alternative Medien begründet. Die Redaktion nutzt die Gelegenheit, ihre Sicht auf Diskursveränderungen in Deutschland darzulegen und ihre journalistische Mission zu bekräftigen. Die beabsichtigte Wirkung ist, bei den Lesern Verständnis für die Notlage zu erzeugen und sie zur Spende zu motivieren. Gleichzeitig soll die angekündigte Pause als notwendige Regeneration statt als Schwäche verstanden werden. Der Text zielt darauf ab, die Bindung zwischen Medium und Leserschaft zu stärken und die Bedeutung unabhängigen Journalismus zu unterstreichen.

Mildernde Umstände

Der Text ist klar als redaktionelle Mitteilung erkennbar und nicht als objektive Nachrichtenberichterstattung getarnt. Die Absicht wird vollständig offengelegt, was den Lesern ermöglicht, die Botschaft im richtigen Kontext einzuordnen. Die Darstellung der finanziellen Situation erfolgt ohne Übertreibung oder Dramatisierung, sondern sachlich und nachvollziehbar. Die verwendeten Beispiele für Diskursveränderungen (RT-Verbot, Fall Doğru) sind faktisch belegbar und nicht erfunden. Die Redaktion respektiert die Autonomie der Leser, indem sie keine Zwangsmaßnahmen androht oder ultimative Fristen setzt. Die Selbstreflexion über die eigene Situation und die Ankündigung einer Pause zur Regeneration zeigen Verantwortungsbewusstsein. Der Text vermeidet polarisierende Sprache und Feindbilder.

Verschärfende Umstände

Die wiederholte Betonung der existenziellen Bedrohung ("langsam ausradiert zu werden") könnte bei Lesern ein Gefühl der Dringlichkeit erzeugen, das über rationale Erwägungen hinausgeht. Die Darstellung der Diskursveränderungen ist einseitig aus Perspektive der Redaktion, ohne dass alternative Einschätzungen dieser Entwicklungen präsentiert werden. Die Verbindung zwischen allgemeinem ökonomischen Druck und der spezifischen Situation von Manova wird hergestellt, ohne dass die kausalen Zusammenhänge im Detail belegt werden. Die mehrfache Platzierung von Spendenaufrufen und Links könnte als penetrant empfunden werden. Die Selbstdarstellung als Medium unter Druck könnte bei einer bereits sympathisierenden Leserschaft eine emotionale Solidarisierung auslösen, die kritische Distanz reduziert. Allerdings bleiben diese Faktoren im Rahmen legitimer redaktioneller Kommunikation über die eigene Situation.

Über den Autor

Biografische Informationen

Der Text nennt sechs Autor:innen: **Andreas Baron** (geb. 1985) studierte Theologie und Geschichte auf Lehramt sowie digitale Medien und Spiele. Er ist gelernter Mediengestalter, lebt in Mainz und leitet bei Manova die IT. **Elisa Gratias** (geb. 1983) studierte Übersetzen und Journalismus, wanderte 2005 nach Frankreich aus und lebt seit 2014 auf Mallorca. Sie war von 2018 bis 2023 freie Mitarbeiterin der Mutmach-Redaktion und ist nun Redakteurin bei Manova. Sie betreibt den Blog flohbair.com. **Madita Hampe** (geb. 2002) arbeitet seit ihrem 16. Lebensjahr als Journalistin, lebt in Berlin und leitet bei Manova die Jugendredaktion sowie die Kolumne "Junge Federn". **Jana Pfligersdorffer** (geb. 1979) ist Redaktionsleiterin und Geschäftsführerin bei Manova. Sie begann bei einer Tageszeitung, arbeitete in Druck- und Medienproduktion sowie Tourismusmarketing und absolvierte ein berufsbegleitendes Studium. **Nicolas Riedl** (geb. 1993, München) studierte Medien-, Theater- und Politikwissenschaften in Erlangen und leitet die Videoredaktion bei Manova. **Roland Rottenfußer** (geb. 1963) studierte Germanistik, arbeitete als Buchlektor und Journalist für verschiedene Verlage, war Redakteur bei connection und Zeitpunkt, arbeitete für den Goldmann Verlag und ist seit 2006 Chefredakteur von Hinter den Schlagzeilen. Von 2020 bis 2023 war er Chefredakteur vom Rubikon, seit April 2023 ist er Mitherausgeber und Chefredakteur von Manova.

Beruflicher Werdegang

Die genannten Personen arbeiten alle in unterschiedlichen Funktionen für Manova: Andreas Baron (IT-Leitung), Elisa Gratias (Redakteurin), Madita Hampe (Redakteurin, Leitung Jugendredaktion), Jana Pfligersdorffer (Redaktionsleitung und Geschäftsführung), Nicolas Riedl (Leitung Videoredaktion) und Roland Rottenfußer (Mitherausgeber und Chefredakteur). Rottenfußer hat zuvor für connection, Zeitpunkt, Goldmann Verlag, Hinter den Schlagzeilen und Rubikon gearbeitet. Gratias war zuvor freie Mitarbeiterin der Mutmach-Redaktion. Pfligersdorffer arbeitete bei einer Tageszeitung sowie in Druck-/Medienproduktion und Tourismusmarketing.


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